Freitag, 24. April 2015

Kolumne: Der Schrei zum Glück

Der Schrei zum Glück

Wer kennt diese Werbung nicht, in welcher der Postbote zur Haustür geht und die Frau an der Tür vor Glück schreit. Natürlich ist die Rede vom Onlineshop Zalando. Es ist eine altbekannte Szene, die jeden Mal überlegen lässt, ob er etwas auf Zalando bestellen sollte. Die Angebote sind verlockend, denn die Versandkosten und die Retourkosten sind gratis. So gerät man schnell in den Wahn, was einem dazu bringen, Kleidungsstücke zu bestellen, von denen man weiss, dass man sie sowieso nicht kaufen wird.

Doch was steckt hinter diesem ganzen Portal. Es wird so viel Geld in die Werbung gesteckt. Man nehme kurzerhand das erfolgreiche Victoria Secret Model und Schauspielerin Cara Delevigne und lässt sie Städtenamen aufsagen von verschiedenen Ländern und schon hat man Sympathie geholt. Werden die Kunden so manipuliert?

Die Popularität von Zalando steigt von Jahr zu Jahr, wird er bald die herkömmlichen Kleiderladen, welche man zu Fuss besucht ablösen? In einen herkömmlichen Laden zu gehen und die Art des Stoffes auf Anhieb zu fühlen ist immer noch etwas Schönes. Ausserdem wird man nicht gleich mit so viel Werbung vollgespamt wie auf einem Onlinewebshop.


Glücklicherweise können wir froh sein, dass er immer noch beides gibt. So kann jeder entscheiden, wo er einkaufen will und welche Vorzüge er geniessen möchte, sowie welche Nachteile er in Kauf nehmen muss. 

Mittwoch, 25. März 2015

Gedichtinterpretation: "Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren"

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren

Das Gedicht „Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren“ von Novalis stammt aus der Epoche der Romantik. Es handelt von der Überbewertung der Wissenschaft und der Unterschätzung der Gefühle und dem Irrationalen.  

Das Gedicht hat 12 Verse, welche als Paarreime aufgebaut sind. Das Metrum besteht durchgängig aus einem vierhebigen Jambus, ausser bei V.6 sowie 11 und 12. Dort sind es eingeschobene Anapästen. Auch eine weibliche Kadenz bleibt bestehen, in Ausnahme von Vers 11 und 12.

Das Gedicht handelt von der Abneigung gegen den Rationalismus. Im 2. Vers sagt er, dass der „Schlüssel aller Kreaturen“ der Irrationalismus ist. Novalis setzt deutliche Zweifel an den Rationalismus und den Verstand. Er gibt in den weiteren Versen immer wieder Beispiele, wo man mit dem Rationalismus nicht weiterkommt. Er verdeutlicht dies, indem er die Kunst („Singen oder küssen“) höher als die Wissenschaft („Tiefgelehrten“) stellt. Im Vers 6 kommt dann der eingeschobene Anapäst. Der Anapäst deutet auf einen kurzen Wechsel an. Er sagt er möchte sich zurückbegeben in das freie Leben, so war er wahrscheinlich schon mal dort. Er meint damit, dass er wieder zurück in die Zeit vor der Aufklärung will. In Vers 7 argumentiert er weiter an den Vorteilen das Irrationalismus und der Kunst. Er verdeutlicht die Klarheit und Wahrheit. Im Vers 11 und 12 kommen dann wieder Anapästen. Sie zeigen dass jetzt etwas „fest“ ist. Es gibt klare Konsequenzen, falls die Bedingungen erfüllt werden.

Auffällig ist im Gedicht, dass immer wieder „Wenn“ und „Dann“ Sätze vorkommen, eine sogenannte Anapher. Es ist wie ein Spiel von Bedingung und Konsequenz. Er stellt die Bedingungen bis Vers 10, danach werden sie dann aufgelöst. Eine weitere Auffälligkeit sind die weiblichen Kadenzen bis Vers 10. Die Verse enden immer mit dem Buchstaben „n“. Sie scheinen offen und noch nicht beantwortet zu sein. Vers 11 und 12 jedoch haben eine männliche Kadenz und enden mit einem „t“. Sie scheinen definitiv und fest zu sein, sie sind die Antwort oder das Ergebnis.


Dieses Gedicht ist deutlich der Epoche der Romantik zuzuordnen. Der Autor Novalis übt deutliche Kritik an der Aufklärung aus und sagt in Vers 5 und 6, wie gerne er wieder in die Zeit vor der Ausklärung zurückwill, wo er mal war. Er sagt, er möchte Freiheit, Klarheit und Wahrheit haben, diese kann er in der Aufklärung nicht finden. Er ist ein deutlicher Gegensprecher des Rationalismus. 

Mittwoch, 4. März 2015

Essay: Das Auge - Tödliche Einflüsse auf die Wahrnehmung


Das Auge: Tödliche Einflüsse auf die Wahrnehmung

Das Auge ist ein sehr komplexes Sinnesorgan zur Wahrnehmung von Lichtreizen. Es kann so viele verschiedene Formen und Farben haben. Auch die Leistungsfähigkeit und die Funktion des Auges unterscheiden sich stark. Vor allem in der Tierwelt, dort hat sich das Auge stark an die Anforderungen des jeweiligen Organismus angepasst. Wir sehen mit dem Auge alles was wir möchten. Wir schaffen es sogar, dass wir Sachen sehen, die es gar nicht gibt. Das Auge ist in Kombination mit der Vorstellungskraft ein unglaubliches Ding.

Das Auge kann auch ein Motiv sein. Erinnert man sich an E.T.A. Hoffmann’s Lektüre „Der Sandmann“ merkt man, dass das Auge auch ziemlich angsteinflössend sein kann. Der Protagonist Nathanael verknüpft viele Schlechte Dinge mit dem Auge. Er wird fast wahnsinnig, weil sobald er eine spezielle Form von Augen sieht, es mit seiner Vergangenheit verknüpft, in derer der böse Coppelius die Augen der Kinder schändet. Sein Auge nimmt dann alles anders wahr. Er sieht die Brillen des Wetterglashändlers nicht mehr als Brillen, sondern sieht in den Brillen alles blutspritzende Augen. Seine Wahrnehmung ist völlig gestört durch seine Erfahrung in der Kindheit.

Heutzutage würde man ihn in eine psychiatrische Klinik einweisen, denn seine Wahrnehmungsstörung ist nicht ganz ungefährlich. Die meisten Leute, die an psychischen Krankheiten und Wahnvorstellungen haben, kommen nicht mehr alleine aus diesen heraus. Sie brauchen Betreuung durch ausgebildetes Personal. So etwas hätte Nathanael auch gebraucht, denn er kommt nicht mehr klar, er verliebt sich in Olimpia, welche sehr starr wirkt und kaum Reaktion zeigt, ihre Augen sehen unmenschlich aus. Sein Auge ist so fixiert von ihr, weil er in ihr sich selbst sieht, dass er nicht merkt, dass sie nur eine Wachsgestalt ist.  Sein Verhalten ist schon fast narzisstisch, könnte man sagen. Dass er keine Betreuung hatte, welche ihn versteht und sich in ihn hineinversetzen konnte, hatte für ihn fatale Folgen. Denn nur ein Perspektiv liess ihn in seine alte Wahrnehmungsstörung zurückfallen. Er machte Suizid.

Dieses Literaturwerk übt auf eine Art Kritik an der Gesellschaft aus. Es zeigt, dass man sich mehr um die Menschen mit Wahnvorstellungen und verstörten Wahrnehmungen kümmern sollte. Der Nathanael wurde im Buch alleingelassen, denn weder Clara, noch Lothar konnten ihm helfen. Stellen sie sich vor es wäre ihr Bruder, der von einer solchen Krankheit ergriffen wird und sie helfen ihm nicht. Hätten sie dann kein Schlechtes Gewissen, wenn sie die Nachricht erreicht, dass er Selbstmord gemacht hat? Sie hätten wahrscheinlich eine tiefe Schuld in sich weil sie zu wenig aufmerksam gewesen wären. Deshalb liegt es an Ihnen, dass sie aufmerksamer sind und sich mehr einsetzen für psychisch kranke Menschen.

In der heutigen Zeit, wo alles fotografiert und gefilmt wird mit den Smartphones, wird aber sowieso alles aus einer anderen Sicht begutachtet. Die Bilder die man sieht, sind häufig nicht mehr echt, denn alles ist bearbeitet. Das menschliche Auge wird getäuscht durch die vielen Medien und die vielen Möglichkeiten der Bearbeitung und Veränderung der Bilder. Menschen zeigen sich in der Social Media stark und man kann nicht mehr erkennen, ob sie im Innern wirklich auch stark sind. Man sieht heutzutage vieles anders als es wirklich ist!
Ein Essay von SIRI L. RÜEGG

 

 

Mittwoch, 25. Februar 2015

Essay: Fasnacht - Tradition im Kontrast zur Moderne

Fasnacht: Tradition im Kontrast zur Moderne
 
Fasnacht ist die fünfte Jahreszeit im Jahr. Für viele Leute ist sie gar die wichtigste Zeit im Jahr. Dieses Wort lässt viele Leute Freude verspüren, sobald sie es hören. In diesen Leuten entspringt eine neue Lebensader, welche sie zu genialen Sachen bringen kann. Sie bauen die prächtigsten Fasnachtswagen, oder besuchen mit einer Zunftgesellschaft unermüdlich Betagte und Behinderte, welche sich über ihr Anwesen freuen, oder sie spielen mit einer Guggenmusik an vielen Festen, um die Partygäste in Feierlaune zu bringen.
 
Doch ist wirklich alles so schön und toll, wie es wirkt? Der Alkoholkonsum an der Fasnacht ist übermässig, vor allem jüngere Generationen trinken mehr Alkopops und Bier an der Fasnacht. Auch werden immer jüngeren Leuten an Partys Einlass gewährt, so hat man heute als 14-Jährige keine Mühe, mit einem gefälschten Ausweis an eine Fasnachtsparty zu kommen. Die Kontrollen an Fasnachtspartys sind viel weniger streng, als an sonstigen Festen während dem Jahr. Aber nicht nur an den Festen sind diese jungen Mädchen und Jungs betrunken, auch an normalen Umzügen fragen sie ihre älteren Freunde, ob sie ihnen ein Bier holen könnten und lungern dann besoffen am Strassenrand herum.
 
Auch wenn man dann aus diesen Gründen die Fasnacht nicht mag, erfreut es wenn man über die alten Traditionen von Zünften erfährt. Viele Leute wissen gar nicht wie alt solche Zünfte sind und wie lange sie diese Bräuche und Traditionen schon leben. Ein gutes Beispiel dafür ist die „Zunft Heini von Uri“ aus Sursee, welche 1876 gegründet wurde, sich aber auf den im Jahre 1626 lebenden Hofnarren „Heini von Uri“ beruht. Dass solch alte Traditionen immer noch gelten ist eine bemerkenswerte Leistung.
 
Doch auch die Zünfte sind nicht so scheinheilig wie es auf den ersten Blick aussieht. Auch wenn sie an Umzügen, Besuchsfahrten und Festbällen immer sehr formatiert und orchestriert aussehen, sind sie wie neugeboren wenn der offizielle Teil vorbei ist. Da ich selbst Mitglied einer Zunft bin, weiss ich, dass hier genauso viel gesoffen wird, wie Jugendliche an Fasnachtspartys saufen. Es ist ein Gejohle und jeder tanzt hemmungslos. Soll man dies eigentlich überhaupt negativ werten? Denn diese Leute haben viel Spass, und ein Erwachsener soll doch auch mal Spass haben und sich ein paar Bier gönnen, ohne dass man es ihm übel nimmt, oder?
 
So soll man es auch einem Erwachsenen gönnen, dass er sich während der Fasnachtszeit wieder wie ein Kind fühlen darf und sich nach Lust und Laune verkleiden darf. Viele Leute verkleiden sich heutzutage, und man gehört eher zu der kleineren Gruppe wenn man unverkleidet an eine Fasnacht kommt. Auch die jungen Leute sind aus der Phase heraus wo es uncool war, als man sich verkleidete. Aber wie gesagt, heute ist der exzessive Alkoholkonsum in den jungen Jahren cool. Dass sich daran die fasnachtsunbegeisterten Eltern nerven ist nicht vom Mond hergeholt. Auch dass sich „Nicht-Fasnächtlerische“Anwohner sich über den Lärm, den Müll und das Übergebene von Besoffenen nicht freuen ist nicht schwer zu erraten. Also kann man daraus auch folgen, dass es viele Konflikte während der Fasnachtszeit geben kann.
 
Wie soll man als Anwohner mit einem 14-Jährigen Jungen umgehen, welcher vor deine Haustüre kotzt und dir nicht mal mehr sagen kann von wo er den Alkohol bekommen hat? Soll man ihn anschreien und seines Fehlers bewusst machen? Doch er versteht es sowieso nicht in seinem Zustand. Soll man dann um ihn Sorgen und Mitleid mit ihm haben? Welches von den beiden Möglichkeiten ist nun richtig?

In der Fasnachtszeit gibt es einige Konflikte zwischen den beiden Gruppen. Die Fasnächtler und Nicht-Fasnächtler kriegen sich schnell in die Haare. Doch trotzdem konnten die Probleme meistens solide gelöst werden. Man soll an der Fasnacht Geben und Nehmen, das ist doch das Schöne an der Fasnacht, man kann auch Kompromisse eingehen, denn Fasnächtler sind gesellige und soziale Menschen. Mehrheitlich…
Ein Essay von SIRI L. RÜEGG

Montag, 19. Januar 2015

Personenbeschreibung: Lord Burleigh

Lord Burleigh

Lord Burleigh ist einer der höheren Diener von Königin Elisabeth. Er ist ein Patriot und vertritt voll und ganz das Land England. Er kann es gar nicht leiden, dass Maria Stuart probiert den englischen Thron zu erobern. Nach seiner Meinung soll Elisabeth das Todesurteil für Maria Stuart sofort unterschreiben und so ihrem Land etwas Gutes tun. In den verschiedenen Auftritten im 4. Aufzug drängt Burleigh alle zur Hinrichtung der Königin Maria Stuart. Er spricht mit Davison darüber, dass der Befehl zur Hinrichtung möglichst bald aufgesetzt werden sollte. Man sollte keine Zeit mehr verlieren, bevor jemand sich noch umstimmt. Auch bestimmt er für die Königin, indem er einfach den Lord Aubespine aus dem Land verbannt und die Hochzeit absagt. Er wartet nicht auf die definitiven Befehle der Königin, was er am Ende des Dramas zu büssen hat mit der Verbannung, welche die Königin ihm zuteilt.
Lord Burleigh redet mit sehr fordernden Worten, was ihn kalt erscheinen lässt. Er ist nicht der Typ für lange Reden, seine Antworten sind kurz fordernd. Er wirkt auf diese Weise immer wütend und aggressiv. 

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Parodie: Die Leiden des jungen Werther

16. Junius

Warum ich dir nicht schreibe? Ganz einfach, ich habe besseres zu tun. Ich habe eine Bekanntschaft gemacht, die mein Herz nähre angeht. Kurz gesagt, ich habe etwas, was du niemals haben wirst. Sie ist, ja man könnte sagen ein Teufel. Dieses Geschöpf ist fies und hinterhältig, genau auf so etwas stehe ich. Sie ist alles, und doch bin ich nicht im Stande zu sagen wie unvollkommen sie ist. Sie hat nichts, weder Verstand noch Güte, dauernd ist sie wütend und kann nicht ruhig sein. Ihre Seele ist im Wahrsten Sinne des Wortes verunreinigt. Doch genau so etwas passt zu mir, sie bringt mich auf einen guten Weg. Diese Beschreibung trifft sie auf den Punkt, nichts dessen, was ich geschrieben habe ist garstiges Gewäsch. Ich musste dir das heute einfach erzählen, denn falls ich es vergessen würde, könnte ich nie mehr diesen Triumph der Überlegenheit auskosten. Selten wusste ich, dass ich so viel besser bin als du. Doch ich hatte Mühe den Brief zu schreiben, denn diese Frau zieht mich an, sie ist so abscheulich, dass es wieder positiv ist. Sie passt vollkommen zu mir, mit ihrem Namen Lotten. Traumhaft!

Mittwoch, 26. November 2014

Brief: Kritik an Werther

Guten Tag Herr Werther

Ich mache mir sichtlich Sorgen um dich. Dein Verhalten ist nicht mehr menschlich. Ich weiss nicht, ob es in meiner Pflicht liegt, als dein bester Freund, dich in die Psychiatrie einzuweisen.

Du musst endlich von Lotte loskommen, es ist krankhaft wie fest du dich an sie klammerst. Du wirst daran sterben, wenn wir nicht etwas ändern. Vertrau mir, junger Mann. Du hast noch dein ganzes Leben vor dir. Du könntest ein wundervolles Leben führen. Du könntest eine neue Frau finden, welche dich genauso entzücken wird. Du könntest deine jungen Jahre geniessen und verschiedene Frauen haben, du könntest Spass haben. Sieh, du hast dein Leben kaum entdeckt, du hast schon 2 Jahre deines Lebens verschwendet, um dieser ebenso krankhaften Lotte hinterher zu laufen. Du benimmst dich wie ein Hund. Ehrlich, es ist fast peinlich.

Du bist ein erwachsener Mensch und hängst an einer Frau, welche nicht nur dich, sondern auch schon andere Männer missbraucht hat. Sie lässt euch in sich verlieben und euch dann wahnsinnig werden, da ihr sie nie erreichen könnt. Man sollte sie verklagen! Such dir eine schönere, bessere, tollere, nettere, liebenswürdigere Frau. Du hast es verdient.

Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Worten ein wenig die Laune heben und dir helfen. Dein Wohlergehen liegt mir sehr am Herzen, schliesslich bist du mein bester Freund. Ich möchte dich nicht verlieren, mein Treuer. Ich mag dich wirklich.

Versuche dein Leben zu geniessen, bis bald!


Freundliche Grüsse
Wilhelm